Rückblick auf 60 Jahre Mellerschter Fosenocht

 

Die Geschichte der MKG schaut auf über 60 Jahre Faschingstreiben zurück!
Eigentlich ist der Fasching oder die Fosenocht in Mellrichstadt viel älter als 60 Jahre, aber da aus früheren Jahren die Aufzeichnungen fehlen und zwischen 1933 und 1949 Faschingstreiben politisch bedingt untersagt oder stark eingeschränkt waren, werden Geburtstage des Mellerschter Faschings eben erst ab 1949 gezählt.

Wenn man es ganz genau nehmen wollte, müsste man ab Gründung der MKG zählen. Aber da schon vorher, ohne offizielle Eintragung ins Vereinsregister Fasching unter Führung des späteren Präsidiums gefeiert wurde, werden die Jahre nach den ersten detaillierten Aufzeichnungen gerechnet. Dieses Vorwort ist deswegen nötig, um wieder lange Erklärungen und Nachrechnungen von "alten Fosenöchtern" zu vermeiden. Wir feierten 1999 den 50. Geburtstag!

Die Geschichte der MKG schaut auf über 60 Jahre Faschingstreiben zurück! Im Jahre 1949 setzten sich Stammtische und Vereine zusammen, um den ersten Umzug nach dem Krieg zu planen, der allerdings, im Gegensatz zu heute, nur für die Kinder gedacht war. Nach diesen improvisierten Anfängen ging es nun, wie es im Fasching ja auch heute noch Sitte ist, ganz strategisch ans Planen. Das erste Prinzenpaar Lisa Heym-Dschulnigg und Alfred Mühlfeld führte 1951 den großen Umzug an, dessen damalige Attraktion die Altweibermühle war.

Und nun folgte Schritt für Schritt der Aufbau eines Vereines, in dem zum damaligen Zeitpunkt alle anderen Aktiven aus anderen Vereinen, wie Rhönklub, Sängerverein, Ärzte-Stammtisch, mit eingebunden waren. 1953 erfolgte die spezielle Gründung der MKG mit Eintrag ins Vereinsregister.

Die Geschichte der MKG schaut auf über 60 Jahre Faschingstreiben zurück!Das erste MKG-Prinzenpaar war 1953 Alex Werner und Paula Seidenzahl. Der damalige Kanzler Raimund Scholz, ein Rheinländer, brachte nun auch noch rheinischen Schwung und Gebräuche, wie z.B. den Gardetanz, mit in das Faschingstreiben ein. Dies brachte den erhofften Durchbruch und in den folgenden Jahren häuften sich die Aktivitäten, zumal auch das damalige Prunkstück Jugendheim fertiggestellt war und Platz für das Faschingstreiben bot. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre gingen die Aktivitäten etwas zurück, denn das Fernsehen, frisch aus der Taufe gehoben, lockte die Zuschauer. Aber dank der rührigen Präsidenten und Akteure überwand die MKG den Fernsehboom und viele Zuschauer bestätigten, dass sich die Mellerschter Fosenocht keineswegs verstecken muss.

Die Geschichte der MKG schaut auf über 60 Jahre Faschingstreiben zurück!Einige Namen aus dieser Zeit sollen stellvertretend für die vielen Aktiven der damaligen Zeit stehen. Dazu gehört Max Fritz, der 1957 den Faschingsschlager "Mädle geh her zu mir" komponierte, der bis heute, besonders am Seniorentag gesungen wird. Der Text hat und hatte noch nie an Aktualität verloren, denken wir nur an die Zeile "Knapp sind bei uns nur die Gelder". Alfred Mühlfeld war 1. Präsident der MKG, ihm folgte Albert Wiebusch und später Robert Handel auf dem Präsidentenstuhl, der gleich sämtliche Akademiker mit in den Verein brachte. Gefürchtet war damals die spitze Feder des Dr. Kern und Dr. Koch. Diesen beiden entging gar nichts, was in Mellrichstadt passierte und wurde dann in der Faschingszeitung und in den Büttenreden entsprechend aufbereitet. Unter seiner Präsidentschaft tauchten die beiden Aktiven Manfred Fiedler und Theo Schmitt auf, die eine wesentliche Bedeutung für die MKG hatten. Sie folgten später im Präsidentenamt nach und begannen zu Nachbargesellschaften gute Beziehungen zu knüpfen. So besteht z.B. besteht die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit Wargolshausen jetzt schon über 25 Jahre. Die WAKAGE bereichert besonders den Faschingsumzug in jedem Jahr mit ihren phantasievoll ausgestalteten Wagen und Fußgruppen. In diese Zeit der Ausdehnung der Auftritte in Nachbargemeinden fällt auch die Gründung der Kindergarde. Dadurch wurde unsere Nachwuchsarbeit wesentlich gestärkt.

Die Geschichte der MKG schaut auf über 60 Jahre Faschingstreiben zurück!Schließlich wurde dann einmal ein Präsident im wahrsten Sinne des Wortes rekrutiert. Es war Günther Zirpel, der dann gleich einige Fosenöchter aus der Kaserne mitbrachte. Nachdem er den Standort Mellrichstadt verlassen musste,übernahm Richard Mack das Ruder des Narrenschiffes. Er hat dieses Metier von der Pike auf gelernt, da er Prinz, Sänger, Elfer und sonstiger Aktiver gewesen war. Er kannte also alle Wehwehchen und auch Rückschläge im Fasching, denn der Fasching ist ja für die Organisatoren die lustigste Sache, sondern die ernsteste Sache der Welt! Zehn Jahre lang hielt Manfred Heid die Geschicke der MKG in seiner Hand. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands erhöhte sich die Zahl der Narren jenseits der Grenzen von Bayern und viele Beziehungen konnten geknüpft werden. Die MKG wurde unter seiner Führung ein fester Bestandteil der Fränkischen Fasenacht.

Schaut man in der Chronik nach und lässt die sechzig Jahre Fasching in Mellrichstadt einmal geistig Revue passieren, so sieht man immer wieder, wie die Mellerschter Fosenöchter alle ärgerlichen Pannen und auch manchen internen Streit durch gute Zusammenarbeit und viele schöne Erfolge wieder ausgeglichen haben.
Auch in diesem Jahr werden alle Aktiven ihr Bestes geben, um das närrische
Publikum zu erfreuen.

Rückschau 14.11.92 von Christel Heid
aktualisiert 11.11.98

 

 

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